Was die Runde wirklich kostet
Wer nur den Beitrag rechnet, rechnet sich die Runde schön. Der größte Posten steht auf keiner Rechnung: deine Zeit. Die Zahlen unten sind ein Beispiel mit der Preisliste des größten Empfehlungsnetzwerks (BNI®), netto. Setz deine eigenen ein.
| Posten | Betrag | So gerechnet |
|---|---|---|
| Jahresbeitrag | 1.490 € | Preisliste des Netzwerks, netto |
| Aufnahmegebühr | 420 € | Einmalig, nur im ersten Jahr |
| Bewirtung | 552 € | 46 Treffen × 12 €, geschätzt |
| Deine Zeit | 20.700 € | 46 Wochen × 4,5 Stunden × 100 € |
| Echte Jahreskosten | 23.162 € | Erstes Jahr |
Die direkten Kosten liegen im ersten Jahr bei 2.462 €, ab dem zweiten bei 2.042 €. Alles darüber ist Zeit. Genau deshalb entscheidet sich die Rechnung an der Frage, was in dieser Zeit passiert.
Ab wann die Rechnung aufgeht
Das Netzwerk selbst nennt für 2023 in Deutschland und Österreich im Schnitt 2.667 € Umsatz je Empfehlung (Quelle). Eine einzige Empfehlung in dieser Höhe deckt die direkten Kosten des ersten Jahres. Für die echten Jahreskosten samt Zeit braucht es neun. Das ist Umsatz, noch kein Gewinn.
Neun Empfehlungen im Jahr sind weniger als eine im Monat. Ob du sie bekommst, hängt nach meiner Erfahrung an vier Dingen:
- Ein neuer Kunde ist dir genug wert. Meine Faustregel: ab 3.000 € Kundenwert trägt sich der Aufwand deutlich leichter.
- Die Runde weiß genau, für wen sie suchen soll, weil dein Suchauftrag eine Situation beschreibt und keine Zielgruppe.
- Du führst zwischen den Treffen Vier-Augen-Gespräche, statt nur am Tisch zu sitzen.
- Du bleibst lange genug dabei, dass Vertrauen entstehen kann.
Wann sie nicht aufgeht
Eine Runde ist kein Selbstläufer. In diesen Fällen wird es schwer:
- Dein Auftragswert ist so klein, dass auch viele Empfehlungen die Zeit nicht bezahlen.
- Du hältst seit Monaten denselben Pitch, und die Runde hört nicht mehr hin.
- Du kommst zum Treffen und gehst wieder, ohne ein einziges Gespräch unter vier Augen.
- Du zählst nicht mit und weißt deshalb nicht, ob sich etwas bewegt.
Der letzte Punkt wiegt am schwersten. Wer nicht zählt, merkt erst bei der nächsten Beitragsrechnung, dass ein Jahr vergangen ist.
Was bei mir den Unterschied gemacht hat
Ich sitze selbst jede Woche in einer Unternehmerrunde. In den ersten beiden Jahren kamen dort ein bis zwei Empfehlungen im Monat. In den letzten zwölf Monaten waren es 103, und daraus sind 222.480 € Umsatz geworden.
Die Runde war dieselbe. Geändert habe ich, was zwischen den Treffen passiert: jede Woche ein neuer Pitch mit einem konkreten Suchauftrag, zwei bis vier vorbereitete Vier-Augen-Gespräche, eine Rückmeldung binnen 72 Stunden und jede Zahl mitgeschrieben.
Ob sich eine Runde lohnt, entscheidet sich in der Woche zwischen den Treffen. Das sind meine Zahlen und kein Versprechen für deine.
Fragen
Was kostet eine Unternehmerrunde im Jahr?
In der Beispielrechnung auf dieser Seite sind es im ersten Jahr 2.462 € für Beitrag, Aufnahme und Bewirtung. Rechnest du deine Zeit mit, 46 Wochen zu je 4,5 Stunden bei 100 € Stundensatz, kommen 20.700 € dazu. Zusammen sind das 23.162 €.
Ab wie vielen Empfehlungen trägt sich die Runde?
Das größte Empfehlungsnetzwerk nennt für 2023 in Deutschland und Österreich im Schnitt 2.667 € Umsatz je Empfehlung. Eine Empfehlung in dieser Höhe deckt die direkten Kosten des ersten Jahres. Für die Kosten samt eigener Zeit braucht es neun.
Woran liegt es, wenn nach Monaten nichts zurückkommt?
Nach meiner Erfahrung selten an der Runde. Meist weiß die Runde nicht genau, für wen sie suchen soll, weil der Pitch zu allgemein ist, der Suchauftrag zu breit und zwischen den Treffen keine Vier-Augen-Gespräche stattfinden.
Wie rechne ich mein eigenes Jahr aus?
Mit dem Netzwerk-Rendite-Rechner. Du trägst Beitrag, Zeit und erhaltene Empfehlungen ein und siehst, was dich die Runde kostet und was sie bringt.
Was kostet und bringt dir deine Runde?
Trag Beitrag, Zeit und Empfehlungen ein. Der Rechner zeigt dir dein eigenes Netzwerk-Jahr in Euro. Kostet nichts.
Mein Jahr ausrechnenÜber den Autor. Marcel Lindwurm arbeitet seit über 20 Jahren mit Selbstständigen und sitzt selbst jede Woche in einer Unternehmerrunde. In den ersten beiden Jahren kamen dort ein bis zwei Empfehlungen im Monat, in den letzten zwölf Monaten waren es 103. Aus dem, was er dabei geändert hat, ist der Empfehlungsmotor entstanden.
Empfehlungen sind kein Glück. Sie sind ein System.